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Statische Straßenzustandserhebungen vs. kontinuierliche Erkenntnisse aus vernetzten Fahrzeugen: Ein Wandel im Straßenmonitoring

Geschrieben von Johan Hägg | Apr 23, 2026

Die Überwachung von Straßenzuständen basierte traditionell auf periodischen Inspektionen. Spezialisierte Messfahrzeuge, manuelle Erhebungen und visuelle Bewertungen werden eingesetzt, um den Zustand der Fahrbahn zu bestimmten Zeitpunkten zu bewerten.

Obwohl diese Methoden strukturierte und standardisierte Daten liefern, sind sie hinsichtlich Frequenz und Abdeckung naturgemäß begrenzt. Straßennetze verändern sich kontinuierlich, Messungen erfolgen jedoch nur in bestimmten Intervallen. Bis Verschlechterungen erkannt werden, sind sie häufig bereits fortgeschritten.

Diese Lücke zwischen dem Zeitpunkt der Datenerfassung und dem Zeitpunkt, zu dem sich die Bedingungen ändern, stellt eine grundlegende Herausforderung im Infrastrukturmanagement dar.

Heute hat sich ein anderer Ansatz etabliert – basierend auf vernetzten Fahrzeugen und kontinuierlicher Datenerfassung.

 

 

Was sind statische Straßenzustandserhebungen? 

Statische Straßenzustandserhebungen sind traditionelle Methoden, bei denen Straßenzustände in festgelegten Intervallen mithilfe spezieller Ausrüstung oder manueller Inspektionen erfasst werden. Sie liefern strukturierte, hochpräzise Daten zu definierten Zeitpunkten, sind jedoch hinsichtlich Frequenz und Abdeckung begrenzt.

Statische Erhebungen zeichnen sich aus durch:

  • Hochpräzise Messungen zu bestimmten Zeitpunkten
  • Begrenzte zeitliche Frequenz
  • Eine Abdeckung, die auf geplante Erhebungsrouten beschränkt ist
  • Die Abhängigkeit von spezieller Ausrüstung und manuellen Prozessen

 

Was sind kontinuierliche Erkenntnisse aus vernetzten Fahrzeugen? 

Kontinuierliche Erkenntnisse aus vernetzten Fahrzeugen basieren auf Daten, die von Fahrzeugen im normalen Straßenverkehr erfasst werden. Dadurch wird eine fortlaufende Überwachung des gesamten Straßennetzes ermöglicht. Durch die Auswertung von Fahrzeugsignalen mittels Modellen und Sensorfusion lassen sich Veränderungen der Fahrbahnrauheit, Anomalien und Verschlechterungen erkennen, während sie entstehen.

Dieser Ansatz zeichnet sich aus durch:

  • Kontinuierliche Datenerfassung über das gesamte Netzwerk hinweg
  • Hochfrequente Messungen auf Basis realer Verkehrsdaten
  • Die Erkennung von Veränderungen und Abweichungen im Zeitverlauf
  • Die Aggregation von Daten aus einer großen Anzahl von Fahrzeugen

 

Der grundlegende Unterschied: Momentaufnahmen vs. kontinuierliches Verständnis 

Der wesentliche Unterschied zwischen diesen Ansätzen liegt darin, wie Straßenzustände über die Zeit hinweg beobachtet werden.

Statische Erhebungen liefern Momentaufnahmen des Straßennetzes in festgelegten Intervallen.

Daten aus vernetzten Fahrzeugen liefern kontinuierliche Einblicke darüber, wie sich die Bedingungen verändern.

Dies beeinflusst nicht nur die Verfügbarkeit von Daten, sondern auch die Art und Weise, wie Instandhaltungsentscheidungen getroffen werden. Bei periodisch erhobenen Daten werden Verschlechterungen oft erst erkannt, nachdem sie bereits fortgeschritten sind. Mit kontinuierlichen Daten können Veränderungen erkannt werden, während sie entstehen.

 

Die wichtigsten Unterschiede zwischen statischen Straßenzustandserhebungen und Erkenntnissen aus vernetzten Fahrzeugen 

 Aspekt   Statische Erhebungen   Daten aus vernetzten Fahrzeugen 
 Datenfrequenz   Durchführung in definierten Intervallen   Kontinuierliche Erfassung im laufenden Verkehr 
 Netzabdeckung   Abdeckung ausgewählter Strecken auf Basis der Planung   Skalierbar über das gesamte Netzwerk entsprechend der Fahrzeugbewegungen 
 Erkennung von Veränderungen 

 Vergleich der Zustände zwischen einzelnen Erhebungszyklen 

 Erkennung schleichender Verschlechterungen und plötzlicher Ereignisse in Echtzeit 

 Abbildung der Straßenzustände 

 Messung unter kontrollierten Bedingungen 

 Spiegelt wider, wie Straßen unter realen Fahrbedingungen erlebt werden 

 Betriebsmodell 

 Abhängig von spezieller Ausrüstung und geplanten Messkampagnen 

 Passiv erzeugt durch bestehende Fahrzeugflotten 

 

  

Von der periodischen Inspektion zum datengetriebenen Straßenmanagement

Der Wandel hin zu Erkenntnissen aus vernetzten Fahrzeugen ersetzt traditionelle Erhebungen nicht, sondern erweitert deren Rolle.

Anstatt sich ausschließlich auf seltene Messungen zu verlassen, wird der Straßenzustand zu einem kontinuierlich aktualisierten Datensatz. Dies ermöglicht eine frühzeitigere Erkennung von Verschlechterungen, eine bessere Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen und eine effizientere Ressourcenallokation.

Die kontinuierliche Überwachung durch vernetzte Fahrzeuge ermöglicht es, Straßenzustandsdaten sowohl für den täglichen Betrieb als auch für die langfristige Planung zu nutzen.

Erkenntnisse aus vernetzten Fahrzeugen ermöglichen:

  • Die tägliche Überwachung des Straßennetzes
  • Die Erkennung neuer Probleme in dem Moment, in dem sie auftreten
  • Die kontinuierliche Nachverfolgung von Verschlechterungsraten
  • Eine präzisere Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen

Statische Erhebungen ergänzen diesen Ansatz durch Referenzmessungen und unterstützen detaillierte Untersuchungen, wenn dies erforderlich ist.

Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze den Übergang von reaktiven Inspektionen hin zu einem datengetriebenen Straßenmanagement.

 

 

Ein neuer Maßstab für Straßenzustandserkenntnisse 

Mit Daten aus vernetzten Fahrzeugen ist die kontinuierliche Überwachung von Straßenzuständen über gesamte Straßennetze hinweg bereits heute Realität. Anstatt auf periodische Momentaufnahmen angewiesen zu sein, können Straßenzustände kontinuierlich und in großem Maßstab erfasst werden. Dadurch wird sichtbar, wie das Netzwerk funktioniert und wie es sich im Laufe der Zeit verändert.

Dies stellt einen Wandel von der periodischen Beobachtung hin zu einem kontinuierlichen Verständnis dar. Statische Erhebungen liefern Referenzpunkte und detaillierte Validierungen, während kontinuierliche Daten den notwendigen Kontext bereitstellen, um das Straßennetz effektiv zu überwachen, zu priorisieren und zu verwalten.